Heavy Dreams


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Kunst ist schön,
macht aber viel Arbeit!
Karl Valentin

Heavy Dreams - Träumender Stahl

Stahl - seit 5000 Jahren das Rückgrat unserer Zivilisation. Im Guten wie im Schlechten. Nichts von dem, was wir an menschlichen Werken sehen können, ist ohne Stahl vollbracht. Ohne ihn hätten wir nichts zu essen, nichts anzuziehen, müssten zu Fuß gehen und könnten keine Kriege führen. Maschinen und Häuser sind ohne Stahl undenkbar, und selbst der puristischste Öko-Tischler hat in seinem Hobel keine Obsidian-Klinge.

Stahl - ein Sklave, der sich in fast jede beliebige Form zwingen lässt und darin den ihm zugedachten Zweck erfüllt. Geschmolzen, geglüht, geschmiedet, gestreckt, geknickt, gesägt, geschweißt, vernietet, durchbohrt, gefräst, geätzt und zum Schluss immer lackiert, weil seine nacktes, rostiges Antlitz unser Auge beleidigt.

Aber dieser Sklave ist störrisch. Er ergibt sich nicht ohne Weiteres in sein Schicksal, sondern muss mit Gewalt dazu gezwungen werden. Sonnengleiche Temperaturen und Drücke wie im Erdinneren sind dazu nötig - oder doch beinahe. Kreischend und Funken stiebend schreit er seinen Widerstand hinaus, und den Unvorsichtigen verletzt er oder tötet ihn gar.

Dieses Ding, von dem wir meinen, es völlig unter Kontrolle zu haben und das unseren Alltag in tausenderlei Form begleitet, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, hat seine eigene Seele. Und wenn wir es entlassen haben, wenn es sich unbeobachtet glaubt - auf dem Schrottplatz, in alten Werkhallen, auf so manchem Schlachtfeld - dann träumt es seine ganz eigenen Träume. Keine leichten Träume. Nicht immer schöne Träume. Aber es sind die Träume des Sklaven, dem wir unser heutiges Sein schulden.

Öffne die Augen, und du kannst sie sehen.

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